ALGID stellt auf dieser Seite algerische Autoren vor, die entweder ihren schriftstellerischen Mittelpunkt in Deutschland haben, deren Werke ins Deutsche übersetzt wurden, oder in ihren Werken, das gesellschaftliche Zusammenleben von Algeriern und Deutschen thematisieren.
hier ein sehr interessanter Link:
Link zur deutschen Bibliographie Algeriens
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MALEK ALLOULA / ASSIA DJEBAR
10. und 15. September 2009
Haus der Kulturen der Welt, Berlin
Das Haus der Kulturen der Welt lädt im September zu zwei herausragenden literarischen Veranstaltungen mit MALEK ALLOULA und ASSIA DJEBAR ein.
Am 10. September wird der algerische Schriftsteller Malek Alloula im Rahmen der WortWelten-Reihe ein "Festmahl des Exils" ausrichten. Bei seinem "literarischen und kulinarischen Festmahl" geht es um das Geniessen und die Gastfreundschaft als bedeutende Aspekte arabisch-berberischer Kultur, um Speisen, aber auch den "Genuss des Textes". Der Geschmack, der Duft vertrauter Speisen ruft im Pariser Exilanten vielfältige Erinnerungen wach. Malek Alloula, geboren 1937 in Oran, hat zuletzt die Novellensammlung "Le cri de Tarzan" und den Lyrikband "Approchant du Senil" eben anderen Büchern "Le Harem Oriental" verfasst.
Am 15. September startet mit Assia Djebar, der renommierten algerischen Schriftstellerin, die Reihe "Literarischer Salon", zu der Navid Kermani und Terézia Mora internationale Autoren einladen. Es geht um Texte, Worte und Bücher und um ein ebenso offenes wie entspanntes Gespräch über jene Erfahrung, die sie miteinander teilen: die des Schreibens. Gelesen wird aus Assia Djebars aktuellem und sehr persönlichem Buch "Nirgendwo im Haus meines Vaters", aber auch aus Texten, die Djebar bewegen, bewegt haben und ihren Kosmos des Schreibens eröffnen. Die 1936 in Algerien geborene Schriftstellerin, Historikerin, Filmemacherin ist die bedeutendste Autorin des Maghreb. 1996 wurde ihr der Neustadt-Literaturpreis verliehen, 2000 der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Seit 2005 ist Assia Djebar Mitglied der Académie française. Sie lebt und lehrt in Paris und New York. Ihre Bücher sind in fast 20 Sprachen übersetzt.
Do 10.09.2009 18:00h
Festmahle des Exils mit Malek Alloula
(Französisch mit deutscher Übersetzung)
Eintritt: 5 ? / 3 ?
http://hkw.de/de/programm2009/wortwelten/veranstaltungen_32531/Veranstaltungsdetail_1_36321.php
Di 15.09.2009 20:00h
Assia Djebar zu Gast bei Navid Kermani und Terézia Mora
Literarischer Salon
Eintritt: 8 ? / 6 ?
http://hkw.de/de/programm2009/Veranstaltungsdetail_36319.php
(Foto: Assia Djebar, mit freundlicher Genehmigung des Unionverlages)
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Andreas Bellout: Wenn Papa goethet und Lilly schillert
Andreas Bellout
Der als Architekt tätige Hobbyautor wurde 1960 in Mannheim geboren.
Sein zwanzigjähriger Aufenthalt im arabischen Algerien prägt ungemein die bilderreiche Sprache seiner Gedichte.
Der als Architekt tätige Hobbyautor wurde 1960 in Mannheim geboren. Sein zwanzigjähriger Aufenthalt im arabischen Algerien prägt ungemein die bilderreiche Sprache seiner Gedichte.
Baum-Tatoo
Sie turteln um den Baum herum
Fröhlich kichernd küssend stumm
Ewig Treue sie sich schwören
Baum mag dies nun gar nicht hören
Auch weiß er schon was kommen wird
Sein Blattwerk zittert ganz verwirrt
Die grosse Liebe zu bekunden
Dem Baum ritzt Jüngling tiefe Wunden
Nun ist der Baum voll deprimiert
Weil noch solch Herz sein Stamm jetzt ziert
Sich Liebespaare mal fragen sollen
Ob Bäume solche Tattoos denn wollen
http://www.bod.de/index.php?id=296&objk_id=182674
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«Gewalt wächst aus Unterdrückung und Erniedrigung – überall»
Der Algerier Yasmina Khadra hat seine Roman-Trilogie über die Triebfedern des islamischen Terrors vollendet. Wir trafen ihn vor seiner Zürcher Lesung.
Mit Yasmina Khadra sprach Alexandra Kedves in Heidelberg
Seinen Tee trinkt er mit viel Zucker, doch seine Sätze sind gesalzen. Von weitem ist Yasmina Khadra, mit bürgerlichem Namen Mohammed Moulessehoul, ein feingliedriger Mann, der in dem gigantischen Sessel der Hotellobby schier versinkt: zartrandige Brille, dezentes Grau in einem Meer aus Plüsch.
Doch sobald der Ex-Offizier spricht, schrumpft der Sessel ruckzuck, und nicht bloss der Sessel. – Dem dunkelhäutigen Kind einer analphabetischen Nomadenmutter und eines unzugänglichen Soldatenvaters, das 1955 in den Algerienkrieg hineingeboren wurde, hatte niemand an der Wiege von einer Schriftstellerkarriere gesungen; schon gar nicht von einer im Westen. Khadra musste kämpfen. Zuerst als Neunjähriger, wo er sich, weit weg von daheim, in der Kadettenschule mit Büchern tröstete; später als Soldat und noch später, als er kein Soldat mehr sein wollte, für seine Freiheit; und ohnehin als Intellektueller und Autor. Khadra kämpft, bei allem Charme, bis heute. Denn die Welt ist noch lang nicht in Ordnung.
Herr Khadra, in Ihrem neuen Roman «Die Sirenen von Bagdad» mutiert ein enttäuschter Student zum Attentäter und ein enttäuschter Humanist zum Wortführer des Terrors. Sie selbst sind ein scharfer Islamismus-Kritiker. Mögen Sie Ihre Figuren?
Ich liebe sie! Platte Karikaturen haben in guten Romanen nichts zu suchen. Meine beiden Helden haben durchaus sympathische Züge. Aber sie hatten keine Chance, und genau das möchte ich meinen Lesern verständlich machen. Gewalt wächst aus Unterdrückung und Erniedrigung – überall auf der Welt, nicht nur im Islam. Daher habe ich dem Studenten auch keinen Namen gegeben: Eine arabische Anmutung hätte ein falsches Signal gesetzt. Der junge Mann aus einem gottverlassenen Dorf vergeht vor Scham, weil sein Vater von GIs gedemütigt wurde. Und der Intellektuelle, Dr. Jalal, erkennt, dass er vom Westen als Alibi-Muslim instrumentalisiert wurde. Wie ich.
Wer wollte Sie instrumentalisieren?
Als islamischer Autor wird man im Westen oft entweder als Kronzeuge gegen das eigene Volk aufgerufen oder aber als verführt und verblendet abgestempelt. Für die Landsleute wiederum gilt man schnell als Verräter. Das bekam ich besonders zu spüren, als ich 2004 in Amsterdam lesen sollte, zu der Zeit, als der Filmregisseur Theo van Gogh ermordet worden war. Da musste ich mich neu fragen, wer ich bin und wo ich hingehöre.
Wo sehen Sie sich selbst?
Ich bin kein Exilant, ich bin ein Emigrant. Meine drei Kinder – sie sind zwischen acht und achtzehn – bleiben Algerier, auch wenn wir seit fast acht Jahren in Frankreich leben. Gleichzeitig weiss ich, dass in Algerien vieles im Argen liegt: Islamismus, Korruption, Inkompetenz. Hier wäre hartes Durchgreifen angesagt! Was in der islamischen Welt fehlt, ist ein Idol, ein guter geistiger Führer. Vor allem in den Städten herrscht Chaos und Orientierungslosigkeit, physische und mentale Obdachlosigkeit. Aber selbst in den Dörfern sind die Sinn stiftenden Traditionen bedroht. Meine wahre Heimat ist deshalb die Literatur. Die Kultur. Schreiben kann ich überall. Lesen auch. Auf der Fahrt nach Deutschland berauschte ich mich an Jacques Brels Liedern, als Kind verschlang ich John Steinbeck, und ich schreibe meine Romane in der Kolonialsprache Französisch, weil der Klang dieser Sprache meine Seele zum Schwingen bringt. Die Kultur verbindet uns alle.
Also kein Kampf der Kulturen?
Nein, und auch kein «clash of civilizations». Ich nenne es das Missverständnis zwischen Okzident und Orient. Und ich versuche, meinen Teil beizutragen, es abzubauen. Meine Bücher beschreiben die Entstehung des Hasses; Hassbücher aber sind sie nicht. Der Orient ist für den Westen immer noch ein Bündel Klischees, die ich aufbrechen will. Doch ich bin kein politischer Autor, sondern ein Beobachter und Schöpfer von Fiktionen. Und so gerate ich manchmal zwischen alle Fronten.
Sie waren über Jahre Persona non grata in einigen Pariser Zirkeln. Doch seit November amten Sie als Direktor des staatlichen algerischen Kulturzentrums in Paris.
Durch meine Bestseller bin ich unabhängig und unbestechlich. Ich möchte die algerischen Intellektuellen und Künstler untereinander versöhnen und mit ihrer Hilfe das Land vorwärts bringen.
Ihre neue Trilogie spielt – anders als Ihre gesellschaftskritische Krimi-Trilogie – nicht in Algerien.
Afghanistan, Palästina, der Irak: Das sind Wunden der Menschheit. Anders gesagt: Man vergisst leicht die Menschen, die hinter den Attentaten stehen und die früher auch Träume von einem friedlichen Leben hatten. Ich kenne die Strukturen, die Kultur der Wüstenvölker: Die Differenzen zwischen Beduinen aus Algerien und aus dem Irak sind ja so gross nicht.
Dazu gehört auch die typische Frauenrolle als zuverlässige, stille Helferin im Hintergrund.
Ich schildere es in meinen Büchern so, wie es in Algerien oder im Irak ist. Wir haben grossen Respekt vor den Frauen, auch wenn sie in der Öffentlichkeit nicht sehr präsent sind. Meine eigene Frau etwa kümmert sich um mich und meine Kinder und ist meine erste und inspirierende Leserin. Mein Pseudonym – das ich wegen des Drucks aus der Armee annahm – ist ihr Vorname.
Mit Ihrem für Sommer angekündigten Roman «Le Baiser et la Morsure» kehren Sie nach Algerien zurück.
Allerdings nicht zum Krimi-Genre. Es geht um vier Jungen – einen Araber, Juden, Korsen und Franzosen – und um ein Mädchen ... eine Erzählung über die Liebe, aber Schauplatz ist das krisengeschüttelte Algerien der Dreissiger- bis Sechzigerjahre. Von meinen Büchern wünsche ich mir vor allem, dass sie die Leser klüger und menschlicher machen. Und von meinen Lesern Neugier auf alles, was auf dieser Erde geschieht. %PERL>
Von den Wurzeln der Wut
Mit seinem 16. Roman, «Die Sirenen von Bagdad», hat Mohammed Moulessehoul alias Yasmina Khadra 2006 seine Trilogie über das «Missverständnis zwischen Orient und Okzident» abgeschlossen. In den 1990ern hatte sich der damalige Offizier unter Pseudonym an eine Krimitrilogie gewagt, die schonungslos politische Missstände in Algerien anprangert. 2000 zog Khadra mit seiner Familie nach Frankreich, 2001 lüftete er sein Pseudonym und publizierte seine viel diskutierte Autobiografie («L'écrivain»). Seine Bücher, in 14 Sprachen erhältlich, zeichnen sich im Original durch eine Kombination aus Lust am (orientalischen) Bild und Lust am Klang aus, die von der Übersetzerin zumindest teilweise ins Deutsche gerettet wurde. Trotzdem: Es ist weder der Stil noch der kriminalistisch grundierte Plot, der aus «Sirenen» mehr macht als «a good read», sondern das Sujet – das kenntnisreiche Freilegen der Lebenswelt hinter den islamistischen Todesschwadronen. (ked)
Yasmina Khadra: Die Sirenen von Bagdad. Deutsch von Regina Keil-Sagawe. Nagel & Kimche, Zürich 2008. 320 S., 38.90 Fr.
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Auszug aus einem Artikel der Online-Seite " jetzt.de" der Süddeutschen Zeitung
Ungetrübte Bewunderung:
Ein algerischer Roman über Nationalsozialismus und Islamismus
....................Sansals soeben in Frankreich erschienener fünfter Roman "Le Village de l'Allemand ou le journal des frères Schiller" ("Das Dorf des Deutschen oder das Tagebuch der Brüder Schiller", Verlag Gallimard, Paris) lässt erkennen, warum das so ist: Er attackiert algerische Tabus mit einer Heftigkeit, die einen um den Autor bangen lässt. Dieses Mal deckt Sansal das bislang gut gehütete Geheimnis auf, dass in den Reihen der algerischen Befreiungsbewegung FLN, die in einem opferreichen Guerillakrieg 1962 die Unabhängigkeit Algeriens von Frankreich erstritt, eine Reihe Deutscher mitkämpfte. Dabei handelte es sich zumeist um SS-Leute, um "Fachleute", die sich auf den industriellen Massenmord verstanden oder sonstige "Spezialisten", denen in den Nachkriegswirren die Flucht nach Ägypten gelungen war. Der ägyptische Diktator Nasser hatte in den fünfziger Jahren eine ganze Reihe von diesen "Experten" an die FLN vermittelt. Sie waren als Ausbilder offenkundig sehr geschätzt. Einer davon war jener, dem Boualem Sansal den Namen Hans Schiller gab...............................................
den ganzen Artikel könnte Ihr hier einsehen :
Das Buch wurde auch sehr ausgiebig in der algerischen und französischen Presse kommentiert.
....Ces programmations étaient d’ailleurs en harmonie avec le discours des responsables politiques algériens qui se sont toujours démarqués de l’antisémitisme. Il faut rendre justice à ces responsables qui ont toujours transcendé le danger de l’amalgame entre judaïsme et sionisme par principe et par respect aux nombreux amis que compte l’Algérie au sein de la diaspora juive. Il est une certitude que certains auteurs fondent leurs succès sur une plate-forme de justicier, donneur de leçons et victime à la fois. Cette démarche regrettable est souvent facilitée par une écoute de complaisance.
der ganze Artikel im El-Watan vom 23.01.2008
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