Wochenende in Algerien : Freitag-Samstag ab dem 14. August 2009
Ab dem 14. August wird das Wochenende freitags und samstags sein. Die Entscheidung wurde am 21. Juli 2009 vom Ministerrat getroffen. Algerien war eines der seltenen Länder, dessen Wochenende nicht mit den anderen Ländern abgestimmt war, obwohl es nachteilig für die wirtschatlichen Lage war. Der nationale ökonomische und soziale Rat (Cnes) sowie mehrere Parteien und die gewerschaftliche Zentrale hatten oft die Notwendigkeit betont, die wirtschaftlichen Interessen des Landes in den Vordergrund zu stellen. Die Verteidiger des universellen Wochenendes zeigen anhand der Zahlen der Weltbank, dass Algerien einen Gewinn von 1,2% auf dem BIP machen würde. Eine Studie des internationalen Finanzgesellschaft hat ergeben, dass das Wochenende am Donnerstag und Freitag Algerien zwischen 500 und 700 Millionen Dollars pro Jahr kostet. Die Regierungsstellen schätzen ihrerseits die Verluste auf 150 Millionen im Jahr.
Rentabilitäts- und leistungshalber haben mehrere algerische Unternehmen haben sich schon längst an die universelle Zeit angepasst, so das indische Unternehmen ArceloMittal Annaba seit 2007, gefolgt von den Nouvelles Conserveries algériennes sowie der algerischen Filiale von Siemens. Das « nationale » Wochenende schädigt stark die algerische Wirtschaft, da das Land nur an 3 Tagen (Montag, Dienstag und Mittwoch) die internationalen Geschäfte tätigen kann. Tatsache ist, dass 60% der Geschäfte mit Europa, den USA und China entwickelt werden. Algeriens Beitritt zu der Arabischen Freihandelszone (Zale) ist vielleicht einer der Gründe, die die Regierung dazu bewegt haben in diese Richtung zu handeln
Die Entscheidung, in den 1970er Jahren das Wochenende auf Donnerstag-Freitag festzulegen, geschah eher aus populistischen Gründen in einer Zeit, als Algerien die Trennung mit dem ehemaligen Kolonisator beschloss. Präsident Houari Boumedienne hatte damals die Bescheide 76 und 77 am Vorabend des Ramadhan 1976. Diese Entscheidung rief von Anfang an große Probleme hervor, insbesondere bei den Banken und Versicherungsgesellschaften.
Das Wochenende ist einer der Punkte, die eine große Diskrepanz in den arabischen Ländern vorweisen. Algerien, Libyen und Saudi Arabien haben den Freitag als Ruhetag, andere Länder des Maschreq (Jordanien und die Emirate) haben beschlossen, das semi-universelle Wochenende (Freitag-Samstag) übernommen. Libanon, Marokko, Tunesien und Syrien bevorzugten den wirtschaftlichen Aspekt und behielten den Samstag und Sonntag.
Die Frage des universellen Wochenendes wurde schon 2005 bei den Verhandlungen zwischen den « Archs » und dem Regierungschef. Ahmed Ouyahia hatte schon seine Grundsatzerklärung gegeben. Für viele Beobachter war diese Episode nur ein « Versuchsballon », um die Reaktion der Algerier zu beobachten, denn dieses Thema hat immer für heftige Streitgespäche gesorgt. Da handelt es sic hum einen Kampf zwischen Pragmatismus und Ideologie.
Durch das Einsetzen des Wochenendes freitags-samstags schont das Arbeitsministerium die Empfindlichkeit aller. Der Grundgedanke ist die Tatsache, den Freitag als Gebetstag zu bewahren, weil er für die Mehrheit der algerischen Bevölkerung von großer Wichtigkeit ist
Quelle: El watan, 22.07.2009
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